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Petition gegen die GEMA Tarifreform 2013

Wer oder was ist die GEMA?

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) ist eine Verwertungsgesellschaft, die in Deutschland die Nutzungsrechte aus dem Urheberrecht von denjenigen Komponisten, Textdichtern und Verlegern von Musikwerken vertritt, die als Mitglied in ihr organisiert sind.
Für die öffentliche Aufführung von urheberrechtlich geschützten musikalischen Werken aus dem so genannten „Weltrepertoire“ der GEMA müssen Lizenzvergütungen an die GEMA abgeführt werden, die diese nach einem komplexen Verteilerschlüssel an ihre Mitglieder ausschüttet. Die Ausschüttung  erfolgt nach einem Punktesystem. Ein einzelnes Lied aus der Popmusik wird beispielsweise mit 12 Punkten bewertet, ein mit großem Orchester instrumentiertes Werk von mehr als sechzig Minuten Spieldauer dagegen mit 1.200 Punkten.

 

Was passiert da grade?

Die GEMA wird zukünftig 11 alte Tarife durch 2 neue Tarife ersetzen.  Jedermann kann sich vorstellen, dass mit dieser Pauschalisierung vieler Einzelfalltarife auch jegliche Einzelfallgerechtigkeit verloren geht. Betroffen sind alle Veranstaltungen, welche sich auf das Abspielen von Tonträgern  wie DVD, CD, PC & Laptop usw. beziehen. Das sind z.B. alle Veranstaltungen in der Gastronomie, vom Jazzabend bis  ü-40 Party, Tanzveranstaltungen, Bälle, Galas, Silvesterfeiern, Bunte Abende und auch Straßenfeste, sowie Faschingsvereine.
Auch die Tarifänderungen hinsichtlich der Jahrespauschalverträge wurden soweit geändert, dass diese so gut wie nicht mehr möglich sind und auch hier Einsparungen ausgeschlossen sind. Hier passiert sogar noch das Gegenteil und weitere Zuschläge fallen an. So erhöhen sich die oben genannten Veranstaltungen um weitere 50 Prozent, wenn Musik länger als fünf Stunden gespielt wird, was in jedem laufenden Club der  Fall ist. Die GEMA-Gebühren für eine Abendveranstaltung mit Musik, die um 19:30 Uhr beginnt, würden sich dann ab 0:30 Uhr nochmals deutlich verteuern. Discotheken, deren Veranstaltungen in der Regel von 22 bis 5 Uhr laufen, sind besonders betroffen. Ihnen drohen Erhöhungen von durchschnittlich 400 Prozent (6 Euro Eintritt, 200 qm Fläche) bis zu 1.400 Prozent (15 Euro Eintritt, 500 qm Fläche).  Außerdem drohen den Musiknutzern darüber hinaus Tariferhöhungen durch die GVL, die ihren derzeitigen Zuschlag für die Wiedergabe von Tonträgern von 20 auf künftig 100 Prozent der GEMA-Tarife erhöhen möchte. – Das ist definitiv existenzgefährdend.

Beispiel:
Bei durchschnittlich zehn Veranstaltungen pro Monat in einer mittelgroßen Discothek/Club mit 2 Dancefloors von z.B. 410 und 310 qm bei einem Eintrittsgeld von 8 Euro erhöhen sich die GEMA-Gebühren (inkl. aller Zuschläge) von 21.553 Euro netto/Jahr auf 147.916 Euro netto/Jahr (+ 686 %).

 

Womit rechtfertig die GEMA ihre Tarifänderungen?

Die GEMA „verkauft“ ihre neue Tarifstruktur damit, dass sie einfacher und ausgewogener sei und zu deutlichen Vergünstigungen führe. Sie verschweigt aber, dass die Vergünstigungen nur verhältnismäßig wenige Veranstaltungen, mit Eintrittsgeld zwischen 2 und 8 Euro, betreffen. Für viele Musiknutzer bringt die Tarifstruktur hingegen Erhöhungen von zum Teil mehreren hundert bis zu über tausend Prozent mit sich.

 

Ist die Tarifänderung irgendwo logisch oder gerechtfertigt?

Für eine Tarifstrukturänderung besteht keine Veranlassung, die Tarife haben sich seit über 50 Jahren im Markt bewährt. Auch der Aufsichtsbehörde wurden erst vor vier Jahren – damals noch gemeinsam mit der GEMA – qualifizierte Sachgründe genannt, die die bestehenden Strukturen rechtfertigen.
Es wird höchste Zeit, dass den ausufernden Forderungen der Verwertungsgesellschaften endlich ein Riegel vorgeschoben wird.

 

Jede Stimme ist wichtig!

Gib auch du deine Stimme ab, um den öffentlichen Druck auf diese Umstellung zu erhöhen:
www.openpetition.de/petition/zeichnen_formular/gegen-die-tarifreform-2013-gema-verliert-augenmass


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1 Kommentar

  • Philipp am 17. Sep 2012 Antworten

    Lesen, Zeichnen, Weiterfeiern!
    Diese Tarifreform betrifft nicht nur Clubs oder Veranstalter, sondern auch den Gast selbst.

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